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Warum heißt der HSV eigentlich „Dino“?

„Bundesliga-Dino“ war jahrzehntelang fast ein zweiter Name für den HSV. Dahinter steckt keine Marketingidee, sondern eine außergewöhnlich lange Serie: Der HSV gehörte von der ersten Bundesliga-Saison 1963/64 bis 2018 ohne Unterbrechung zum Oberhaus.

1963 war der HSV von Anfang an dabei

Als die Bundesliga 1963 startete, gehörte der HSV zu den 16 Gründungsmitgliedern. Das erste Bundesligaspiel der Vereinsgeschichte fand am 24. August 1963 bei Preußen Münster statt und endete 1:1.

Danach lief die Uhr im Grunde einfach weiter. Saison für Saison blieb der HSV in der Bundesliga. Andere Traditionsvereine stiegen ab, kamen zurück und mussten teilweise erneut runter. Der HSV blieb oben.

1998 wurde aus der langen Serie endgültig der „Dino“

Ein besonders wichtiger Punkt kam 1998. Nach dem Abstieg des 1. FC Köln war der HSV das letzte verbliebene Gründungsmitglied der Bundesliga, das seit 1963 durchgehend im Oberhaus gespielt hatte.

Genau diese Sonderstellung machte den Begriff „Dino“ so passend. Gemeint war das letzte große Urgestein aus der ersten Bundesliga-Saison, das immer noch dabei war.

Die Bundesliga-Uhr machte die Serie für jeden sichtbar

Im Volkspark wurde diese ununterbrochene Zugehörigkeit später sogar auf einer Uhr angezeigt. Sie zählte Jahre, Tage, Stunden, Minuten und Sekunden seit dem Bundesliga-Start.

Lange war das ein Symbol auf das viele HSV-Fans stolz waren. In den schwierigen Jahren wurde die Uhr allerdings auch zum Spottobjekt. Je häufiger der HSV gegen den Abstieg kämpfte, desto mehr Gegner warteten darauf, dass sie irgendwann stehen bleibt.

Am 12. Mai 2018 endete die Serie

Am letzten Spieltag der Saison 2017/18 gewann der HSV zu Hause mit 2:1 gegen Borussia Mönchengladbach. Weil der VfL Wolfsburg gleichzeitig gegen Köln gewann, reichte der eigene Sieg trotzdem nicht.

Der HSV stieg erstmals in seiner Vereinsgeschichte aus der Bundesliga ab. Nach fast 55 Jahren war die ununterbrochene Serie beendet. Damit verlor der Begriff Bundesliga-Dino seine ursprüngliche sportliche Bedeutung.

Warum die Uhr später verschwand

Nach dem Abstieg passte eine weiterlaufende Bundesliga-Uhr natürlich nicht mehr zur Realität. Der Verein richtete den Blick neu aus und die Uhr verschwand später aus dem Stadionbild.

Das war aus meiner Sicht richtig. Tradition ist wichtig, aber sie darf nicht zum Ersatz für sportlichen Erfolg werden. Eine Uhr allein gewinnt kein Spiel und hält keinen Verein in der Liga.

Der Dino bleibt trotzdem Teil der HSV-Geschichte

Heute würde ich den HSV nicht mehr mit demselben sportlichen Anspruch als „den Dino“ bezeichnen. Andere Vereine haben den HSV bei der Zahl der Bundesliga-Spiele inzwischen überholt, weil unsere Serie 2018 endete und danach sieben Jahre 2. Bundesliga folgten.

Aber die Geschichte bleibt. Fast 55 Jahre ununterbrochen Bundesliga kann niemand rückwirkend löschen. Der Dino gehört deshalb für mich weiterhin zum HSV – als Teil unserer Geschichte, nicht als Anspruch auf die Gegenwart.

Andreas Jantzen Autor von Hamburg 1887 und HSV Fantalk VaterSohn
Autor

Geschrieben von Andreas Jantzen

Autor · Redaktion Hamburg 1887 · HSV Fantalk VaterSohn

Andreas Jantzen ist HSV-Fan seit seiner Kindheit und ordnet Themen unabhängig, faktenorientiert und nah an der Community des HSV Fantalk VaterSohn ein.

Redaktionell aktiv seit: 2019
Quellen:
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