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Der Rothenbaum: Die frühere Heimat des HSV

Heute gehört der HSV für uns untrennbar zum Volksparkstadion. Jahrzehntelang sah das aber anders aus. Die eigentliche Heimat der Mannschaft lag am Rothenbaum – mitten in Hamburg und deutlich kleiner als das Stadion, das wir heute kennen.

Der Rothenbaum war lange das normale HSV-Zuhause

Einer der Vorgängervereine des heutigen HSV, der Hamburger FC, pachtete 1909 den Rothenbaum-Sportplatz und baute ihn aus. Als 1919 der heutige Hamburger Sport-Verein entstand, blieb dieser Platz die sportliche Heimat.

Wer damals zum HSV ging, fuhr also nicht nach Bahrenfeld in den Volkspark. Der Weg führte an den Rothenbaum. Über Jahrzehnte wurden dort Ligaspiele ausgetragen, Titel vorbereitet und Spieler zu HSV-Größen.

Rund 28.000 Zuschauer – für damalige Verhältnisse eine echte Heimat

Der HSV nennt für den Rothenbaum später eine Kapazität von rund 28.000 Zuschauern. Das klingt neben den Dimensionen eines modernen Bundesligastadions klein. Für die damalige Zeit war das aber ein bedeutender Fußballplatz mit enger Verbindung zum Verein.

Gerade diese Nähe stelle ich mir besonders vor. Der Rothenbaum war kein riesiger Mehrzweckbau, sondern über viele Jahre der feste Ort, an dem der HSV seine normalen Heimspiele austrug.

Auch Uwe Seelers große HSV-Geschichte begann dort

Der Rothenbaum ist eng mit Uwe Seeler verbunden. Schon sein Vater Erwin spielte dort. Uwe selbst durfte mit 17 Jahren dank einer Sondergenehmigung sein erstes Pflichtspiel für die Ligamannschaft bestreiten.

Und das war direkt ein Ausrufezeichen: Gegen Holstein Kiel erzielte er vier Tore. Wer heute nur den Volkspark mit Uwe Seeler verbindet, vergisst also einen wichtigen Teil seiner Geschichte. Der Rothenbaum war sein erstes großes HSV-Wohnzimmer bei den Herren.

Für die ganz großen Spiele ging es schon früher in den Volkspark

Der Wechsel 1963 kam nicht aus dem Nichts. Schon in den 1950er- und frühen 1960er-Jahren nutzte der HSV das größere Volksparkstadion für besondere Begegnungen, etwa Endrundenspiele um die Deutsche Meisterschaft und Europapokalspiele.

Wenn sehr viele Zuschauer erwartet wurden, war der Rothenbaum schlicht zu klein. Der Volkspark bot dafür ganz andere Möglichkeiten. Der HSV kannte sein späteres dauerhaftes Zuhause also längst, bevor dort regelmäßig Bundesliga gespielt wurde.

Mit der Bundesliga kam 1963 der endgültige Umzug

Zur Saison 1963/64 startete die neu gegründete Bundesliga. Damit änderten sich auch die Anforderungen an die Spielstätten. Der Rothenbaum mit seinen rund 28.000 Plätzen erfüllte diese Vorgaben nicht mehr.

Der HSV zog deshalb für seine Ligaspiele dauerhaft in den Volkspark. Damit endete eine Ära, die den Verein über Jahrzehnte geprägt hatte. Für uns ist der Volkspark heute selbstverständlich. Für Fans, die damals immer an den Rothenbaum gegangen waren, muss dieser Wechsel riesig gewesen sein.

Warum der Rothenbaum zur HSV-Geschichte gehört

Das alte Stadion gibt es heute nicht mehr. Trotzdem sollte der Name Rothenbaum für HSV-Fans nicht einfach verschwinden. Dort liegt ein großer Teil der Vereinsgeschichte vor der Bundesliga.

Der Volkspark ist unser Zuhause. Aber der Weg dorthin begann nicht 1963 bei null. Wer die Geschichte des HSV verstehen will, kommt am Rothenbaum nicht vorbei.

Andreas Jantzen Autor von Hamburg 1887 und HSV Fantalk VaterSohn
Autor

Geschrieben von Andreas Jantzen

Autor · Redaktion Hamburg 1887 · HSV Fantalk VaterSohn

Andreas Jantzen ist HSV-Fan seit seiner Kindheit und ordnet Themen unabhängig, faktenorientiert und nah an der Community des HSV Fantalk VaterSohn ein.

Redaktionell aktiv seit: 2019
Quellen:
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