1925 beginnt die Stadiongeschichte in Bahrenfeld
Am 13. September 1925 wurde am heutigen Standort das Altonaer Stadion offiziell eröffnet. Altona war damals noch eine eigenständige Stadt. Nach der Eingemeindung 1938 gehörte das Gelände zu Hamburg. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Stadion zerstört; ab 1951 entstand auf dem Gelände ein neues Stadion, das am 12. Juli 1953 als Volksparkstadion eröffnet wurde.
Das Volksparkstadion von 1953 bot rund 75.000 bis 76.000 Menschen Platz. Es war noch eine völlig andere Stadionwelt als heute: weites Rund, Laufbahn und große Stehbereiche. Die Geschichte des Standorts reicht damit deutlich weiter zurück als die heutige Arena.
1963 zieht der HSV für die Bundesliga um
Der Rothenbaum war über Jahrzehnte die Heimat des HSV. Mit dem Start der Bundesliga 1963 zog der Verein für seine Ligaspiele in den Volkspark. Das ist für mich einer dieser Einschnitte, die man leicht unterschätzt. Der Verein wechselte nicht einfach den Platz, sondern sein dauerhaftes großes Zuhause.
Im Volkspark wurden anschließend Meisterschaften, Europapokalnächte und bittere Abstiegsdramen erlebt. Fast jede HSV-Generation verbindet andere Bilder mit demselben Ort.
Umbauten und ein komplett neues Stadiongefühl
Zur Weltmeisterschaft 1974 wurde das damalige Stadion umgebaut. Der entscheidende Einschnitt kam ab 1998: Der HSV beschreibt das Projekt heute ausdrücklich als kompletten Neubau. Die alte Betonschüssel wurde während des laufenden Spielbetriebs abgerissen, das Spielfeld um 90 Grad gedreht und bis 2000 die Arena geschaffen, deren Grundstruktur wir heute kennen.
Offizielle HSV-Angaben nennen 57.000 Plätze. In den vergangenen Jahren war das Stadion bei den Heimspielen regelmäßig sehr stark ausgelastet. Für mich zeigt das, wie sehr dieser Ort trotz aller sportlichen Schwankungen funktioniert.
AOL Arena, HSH Nordbank Arena, Imtech Arena
Auch die Namensgeschichte gehört dazu. Das Stadion hieß von 2001 bis 2007 AOL Arena, anschließend HSH Nordbank Arena und ab 2010 Imtech Arena. Seit dem 1. Juli 2015 trägt es wieder den Namen Volksparkstadion.
Ich weiß noch, wie sehr viele Fans genau diese Rückkehr begrüßt haben. Ein Sponsorenname kann wirtschaftlich sinnvoll sein. Volksparkstadion klingt für HSV-Fans aber nach Zuhause und nicht nach Vertragslaufzeit.
Große Spiele weit über den HSV hinaus
Der Volkspark war Austragungsort bei Weltmeisterschaften, der Europameisterschaft 1988 und des Europa-League-Finales 2010. Dazu kommen Länderspiele und Konzerte. Trotzdem bleibt für mich das Wichtigste der normale HSV-Spieltag.
Der Weg zum Stadion, die ersten Schals, die Nordtribüne, der Blick aufs Feld und dieser Moment kurz vor dem Anpfiff machen aus Beton und Stahl einen Ort mit Erinnerung. Genau deshalb ist das Volksparkstadion mehr als eine Veranstaltungsstätte.
Der Volkspark verändert sich weiter
Der HSV beschäftigt sich weiter mit Verbesserungen und einer möglichen Kapazitätserhöhung. Solche Projekte müssen genehmigt und finanziert werden. Der Kern sollte für mich trotzdem bleiben: gute Sicht, starke Atmosphäre und ein Stadion, das für unterschiedliche Fans zugänglich bleibt.
Ein Stadion darf moderner werden, ohne seine Identität zu verlieren. Beim Volkspark ist genau das die spannende Aufgabe der nächsten Jahre.
- HSV: Geschichte des Volksparkstadions
- HSV: 100 Jahre Volksparkstadion – die ausführliche Geschichte
- HSV: Volksparkstadion Übersicht