Das Wichtigste in Kürze
- Wettbewerb
- DFB-Pokal, 2. Runde
- Ergebnis
- Hamburger SV – Eintracht Frankfurt 1:3 (0:0)
- Tore
- Koch (56.), Burkardt (71.), Ebnoutalib (75.), Moffi (79.)
- Aufreger
- Kein Elfmeter für El Ouahdi, keine Gelb-Rote Karte gegen Collins
Personen, Vereine und Zusammenhänge
Was bestätigt ist – und was noch offen bleibt
Bestätigt
- Der HSV verlor am 27. Oktober 2026 im Volksparkstadion mit 1:3 gegen Eintracht Frankfurt und schied in der 2. Runde des DFB-Pokals aus.
- Schiedsrichter Tobias Stieler räumte nach dem Spiel ein, dass ein Strafstoß für den HSV in der Szene um Zakaria El Ouahdi die bessere Entscheidung gewesen wäre.
- Nnamdi Collins war bereits verwarnt und blieb nach einem weiteren harten Einsteigen gegen David Møller Wolfe ohne zweite Gelbe Karte.
- Terem Moffi erzielte in der 79. Minute den einzigen HSV-Treffer.
Noch offen
- Wie Stieler und der VAR die Schwelle für ein Eingreifen in der Elfmeter-Szene intern genau bewertet haben, ist öffentlich nicht vollständig erklärt.
- Die personelle Situation mit Bornauw nach seiner Auswechslung zur Pause bleibt für die nächsten Tage zu beobachten.
Dieses Pokal-Aus fühlt sich beim HSV doppelt bitter an
Der Hamburger SV ist nach dem 1:3 gegen Eintracht Frankfurt aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Rein auf dem Papier bleibt ein Heim-Aus in Runde zwei. Wer das Spiel aber gesehen hat, weiß, warum im Volkspark nach Abpfiff so viel Wut in der Luft lag. Aus HSV-Sicht ist diese Niederlage nicht nur wegen der verpassten Chancen bitter, sondern vor allem wegen zweier Schiedsrichter-Szenen, die dem Abend einen ganz anderen Verlauf hätten geben können. Deshalb darf man es aus Fan-Sicht klar aussprechen: Der HSV hatte an diesem Abend das Gefühl, gegen zwölf Mann zu spielen.
Der Elfmeter, der keiner sein durfte
Die erste große Aufregung gab es in der 35. Minute beim Stand von 0:0. Zakaria El Ouahdi ging nach einem Zweikampf mit Robin Koch im Frankfurter Strafraum zu Boden, doch Tobias Stieler ließ weiterspielen. Noch schwerer wiegt aus HSV-Sicht, dass auch der Video-Assistent nicht eingriff. Besonders brisant: Stieler räumte nach dem Spiel selbst ein, dass ein Strafstoß in dieser Szene die bessere Entscheidung gewesen wäre. Genau das macht den Ärger so groß. Wenn selbst der Schiedsrichter im Nachhinein sagt, dass der Elfmeter die bessere Lösung gewesen wäre, bleibt ein massiver Beigeschmack. In einem Pokalspiel, das lange offen war, kann so eine Entscheidung die komplette Dramaturgie drehen.
Collins hätte nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen
Der zweite große Aufreger folgte direkt nach der Pause. Nnamdi Collins hatte bereits Gelb gesehen und ging dann mit einem harten Schultereinsatz gegen David Møller Wolfe zu Werke. Auch hier blieb Stieler bei seiner großzügigen Linie und verzichtete auf die zweite Verwarnung. Damit blieb Frankfurt vollzählig, obwohl aus HSV-Sicht viel für Gelb-Rot sprach. Dass die Eintracht Collins kurz darauf selbst vom Feld nahm, sagte genug über das Risiko aus. Auch diese Szene gehört zur Wahrheit dieses Abends. Es geht nicht darum, die eigenen Fehler wegzureden. Aber wenn du erst einen Elfmeter nicht bekommst und der Gegner danach nicht in Unterzahl spielen muss, dann darfst du dich als HSV benachteiligt fühlen.
Der HSV ließ Chancen liegen – Frankfurt war eiskalt
Natürlich gehört zur ganzen Geschichte auch, dass der HSV seine Möglichkeiten nicht sauber genug nutzte. Vor der Pause hatten Terem Moffi, Zakaria El Ouahdi, Albert Grønbæk und Sebastiaan Bornauw gute Momente. Nach dem 0:1 durch Robin Koch in der 56. Minute drückten die Hamburger auf die Antwort, verpassten sie aber mehrfach. Frankfurt zeigte dann die kalte Qualität eines etablierten Bundesligisten: Jonathan Burkardt erhöhte in der 71. Minute auf 0:2, Younes Ebnoutalib legte nur vier Minuten später das 0:3 nach. Terem Moffi verkürzte zwar noch auf 1:3, mehr war am Ende nicht drin. Sportlich muss sich der HSV also auch ankreiden lassen, aus einem ordentlichen Pokalauftritt zu wenig gemacht zu haben. Trotzdem bleibt für mich klar: Mit einem gepfiffenen Elfmeter und einer möglichen Gelb-Roten Karte gegen Collins hätte dieses Spiel auch komplett anders kippen können.



