Das Wichtigste in Kürze
- Endstand
- HSV 0:5 Mainz 05
- Halbzeit
- 0:2
- HSV-Torschüsse HZ 1
- 0
- Erster HSV-Schuss aufs Tor
- 87. Minute · Fábio Vieira
- Expected Goals
- HSV 0,42 · Mainz 2,89
- Tore nach 2 Spieltagen
- HSV 0:7
- Nächstes Spiel
- 13.09.2026 · 15:30 Uhr bei RB Leipzig
- HSV Fantalk
- Mittwoch, 09.09.2026 · 19:00 Uhr
Personen, Vereine und Zusammenhänge
Was bestätigt ist – und was noch offen bleibt
Bestätigt
- Der HSV verlor sein erstes Bundesliga-Heimspiel der Saison 2026/27 mit 0:5 gegen den 1. FSV Mainz 05.
- Zur Halbzeit führte Mainz bereits mit 2:0.
- Der HSV gab in der gesamten ersten Halbzeit keinen einzigen Torschuss ab; Mainz kam bis zur Pause auf zehn Abschlüsse.
- Der erste HSV-Schuss aufs Mainzer Tor gelang Fábio Vieira erst in der 87. Minute per Freistoß.
- Die Bundesliga weist 0,42 Expected Goals für den HSV und 2,89 für Mainz aus.
- Die Mainzer Tore erzielten Sheraldo Becker, Phillipp Mwene, zweimal Phillip Tietz und Ransford Königsdörffer.
- Nach dem 0:2 in Dortmund und dem 0:5 gegen Mainz steht der HSV nach zwei Bundesligaspielen bei 0 Punkten und 0:7 Toren.
- Am 13. September 2026 tritt der HSV um 15:30 Uhr bei RB Leipzig an.
Noch offen
- Welche personellen und taktischen Konsequenzen Merlin Polzin aus der Niederlage zieht, ist unmittelbar nach dem Spiel noch offen.
- Eine ausführliche Hamburg1887-Analyse folgt im HSV Fantalk am Mittwoch, 9. September, um 19:00 Uhr.
Ich bin stinksauer
Ich habe schon viele schlechte HSV-Spiele gesehen. Aber dieser Nachmittag macht mich richtig wütend. 0:5 zu Hause gegen Mainz 05. Im ersten Bundesliga-Heimspiel der Saison. Im Volkspark. Und das Schlimmste ist für mich nicht einmal nur das Ergebnis. Es ist die Art und Weise, wie dieser HSV sich hat auseinandernehmen lassen. Da war über weite Strecken keine Gegenwehr, keine Klarheit und vor allem keine Struktur zu erkennen, die mir das Gefühl gegeben hätte: Diese Mannschaft weiß gerade, wie sie sich gegen einen Bundesliga-Gegner wehren will.
Ein langer Ball reicht – und unsere Abwehr ist weg
Das ist der Punkt, der mich am meisten auf die Palme bringt. Mainz musste unsere Defensive teilweise nicht einmal sauber auskombinieren. In der 18. Minute hebelt ein langer Ball von Alexander Schwolow die komplette HSV-Defensive aus und Sheraldo Becker kommt frei zum Abschluss. Eine Minute später verliert Nicolai Remberg den Ball, Kaishu Sano spielt sofort vertikal und Becker läuft wieder durch. 0:1. So einfach. So billig. So darfst du in der Bundesliga nicht verteidigen. Für mich ist das unprofessionell. Wenn ein langer Ball oder ein gerader Pass reicht, um deine gesamte letzte Linie aus dem Spiel zu nehmen, dann stimmt etwas Grundsätzliches nicht.
Mainz musste nicht einmal zaubern
Das macht diese Niederlage für mich noch schlimmer. Mainz war klar besser, aggressiver und konsequenter. Aber das war kein Fußballwunder. Beim 0:2 kommt Becker mit Tempo über rechts und Phillipp Mwene steht am zweiten Pfosten komplett frei. Nach der Pause wechselt Merlin Polzin dreimal und du hoffst auf irgendeine Reaktion. Drei Minuten später macht Phillip Tietz das 0:3. Später trifft Tietz noch einmal zum 0:4. Und in der Nachspielzeit macht Ransford Königsdörffer das 0:5. Der HSV hat es Mainz viel zu leicht gemacht.
Null Torschüsse in 45 Minuten – im eigenen Stadion
Und dann reden wir über unsere Offensive. Der HSV hatte in der kompletten ersten Halbzeit keinen einzigen Torschuss. Null. Mainz kam bis zur Pause auf zehn Abschlüsse. Im ersten Heimspiel. Vor der eigenen Nordtribüne. Das ist für mich unfassbar. Der erste Schuss, der Alexander Schwolow im Mainzer Tor überhaupt ernsthaft beschäftigte, kam in der 87. Minute durch einen Freistoß von Fábio Vieira. Die Bundesliga weist am Ende 0,42 Expected Goals für den HSV aus. Mainz kommt auf 2,89. Das ist keine unglückliche Niederlage. Das ist komplette offensive Harmlosigkeit.
Ballbesitz ist wertlos, wenn du damit nichts anfängst
Mich interessiert nicht, ob wir zwischendurch mehr Ballbesitz haben, wenn daraus nichts entsteht. Du kannst den Ball 20-mal quer spielen und am Ende trotzdem keine Gefahr ausstrahlen. Entscheidend ist, was du in den gefährlichen Räumen machst. Heute war das viel zu wenig. Keine Durchschlagskraft, kaum Läufe hinter die Kette, viel zu wenig Tempo in den Aktionen. Und wenn du den Ball dann verlierst, steht die eigene Absicherung teilweise so offen, dass Mainz mit wenigen Kontakten vor unserem Tor auftaucht. Diese Mischung ist tödlich.
Heute hat der HSV sich selbst zur Lachnummer gemacht
Das ist meine persönliche Einschätzung und ich formuliere sie ganz bewusst so hart: Heute hat der HSV sich selbst zur Lachnummer der Bundesliga gemacht. Nicht weil man gegen Mainz verlieren kann. Natürlich kann man das. Sondern weil die Art dieser Niederlage Angriffsfläche für jeden Spott bietet. 0:5 zu Hause, kein Torschuss in der ersten Halbzeit, einfache lange und vertikale Bälle reichen gegen unsere Defensive. Nach zwei Bundesligaspielen stehen 0 Punkte und 0:7 Tore. Wenn du so auftrittst, musst du damit leben, dass die Liga über dich spricht und lacht. Das haben wir uns heute selbst eingebrockt.
Königsdörffers Jubel: Für mich völlig daneben
Dass Ransford Königsdörffer gegen seinen ehemaligen Verein trifft, gehört zum Fußball. Damit habe ich kein Problem. Sein Jubel nach dem 0:5 hat mich dagegen zusätzlich aufgeregt. Das ist ausdrücklich meine persönliche Meinung: Für mich war das in dieser Situation völlig daneben. Vier Jahre HSV, Aufstieg, viele gemeinsame Momente – und dann beim fünften Tor in der Nachspielzeit so ausgelassen gegen den Ex-Club zu jubeln, muss ich nicht gut finden. Er darf jubeln. Ich darf als HSV-Fan aber genauso deutlich sagen: Mir fehlt dafür jedes Verständnis.
Keine Trainerdiskussion nach zwei Spieltagen – aber sehr viele Fragen
Ich werde nach zwei Spieltagen keine billige Trainerdiskussion aufmachen. Merlin Polzin und sein Team müssen jetzt aber Antworten liefern. Wie kann diese Mannschaft defensiv so leicht auseinandergezogen werden? Warum sind die Abstände so groß? Warum fehlt vorne über fast das gesamte Spiel jede echte Gefahr? Und warum wirkt ein Kader mit so viel individueller Qualität in entscheidenden Situationen derart hilflos? Das sind keine Detailfragen mehr. Nach einem 0:5 im eigenen Stadion müssen diese Themen auf den Tisch.
Leipzig wird zum Charaktertest
Am kommenden Sonntag wartet RB Leipzig. Das ist nach diesem Nachmittag alles andere als ein angenehmer Gegner. Aber genau deshalb wird dieses Spiel zum Charaktertest. Ich will dort nicht nur eine andere Formation sehen. Ich will eine andere Haltung sehen. Kompaktheit. Aggressivität. Verantwortung. Spieler, die füreinander arbeiten und nach einem Fehler nicht auseinanderfallen. Die Antwort auf dieses 0:5 kann nur auf dem Platz kommen.
Mittwoch um 19 Uhr reden wir im HSV Fantalk Klartext
Diese Niederlage braucht mehr als ein paar Sätze direkt nach Abpfiff. Am Mittwoch, 9. September, um 19:00 Uhr nehmen wir das 0:5 im HSV Fantalk ausführlich auseinander. Dann geht es konkret um die defensive Grundordnung, die einfachen Mainzer langen Bälle, die fehlende Torgefahr, die vielen neuen Spieler und natürlich um die Frage, was Merlin Polzin jetzt verändern muss. Nach diesem Nachmittag gibt es genug zu besprechen. Sehr viel sogar.



