Wer sich für den DFB-Pokal qualifiziert
Der DFB-Pokal der Männer beginnt mit 64 Mannschaften. Zum Teilnehmerfeld gehören die 18 Clubs der Bundesliga und die 18 Clubs der 2. Bundesliga des abgelaufenen Spieljahres, die vier bestplatzierten teilnahmeberechtigten Mannschaften der 3. Liga sowie die Verbandspokalsieger der 21 Landesverbände.
Die noch fehlenden Plätze bis 64 vergibt der DFB an die Landesverbände mit den meisten Herren-Mannschaften im Spielbetrieb. Jeder dieser Verbände kann höchstens einen zusätzlichen Teilnehmer stellen. Welche Verbände das jeweils sind, richtet sich nach der aktuellen DFB-Mitgliederstatistik und ist deshalb kein Bestandteil, den wir dauerhaft mit festen Verbandsnamen in diesen Artikel schreiben müssen.
Warum zweite Mannschaften nicht teilnehmen dürfen
Zweite Mannschaften von Lizenzvereinen sind im DFB-Pokal der Männer nicht teilnahmeberechtigt. Außerdem dürfen nicht zwei Mannschaften desselben Vereins oder derselben Kapitalgesellschaft gleichzeitig am Wettbewerb teilnehmen.
Greift eine solche Konstellation bei der Qualifikation, sehen die DFB-Regeln Nachrückmechanismen vor. Dadurch bleibt das Teilnehmerfeld vollständig, ohne dass ein Verein mit zwei Mannschaften im selben Pokalwettbewerb vertreten ist.
Die erste Runde: zwei Lostöpfe statt völlig freier Auslosung
In der ersten Hauptrunde gibt es zwei Behälter. In einem liegen grundsätzlich die Mannschaften aus Bundesliga und 2. Bundesliga, im anderen die Amateurmannschaften. Dabei gelten einige ausdrücklich geregelte Ausnahmen, sodass nicht allein der aktuelle Ligastatus darüber entscheidet, in welchem Behälter ein Club landet.
Aus dem Amateurbehälter wird zuerst gezogen, anschließend der Gegner aus dem Behälter der Bundesliga- und Zweitligisten. Die zuerst gezogene Mannschaft hat Heimrecht. Genau daraus entsteht der typische Pokalcharakter der ersten Runde: Viele kleinere Clubs bekommen ihr großes Spiel vor eigenem Publikum.
Welche Sonderfälle es beim ersten Lostopf gibt
Der Begriff „Amateurbehälter“ darf nicht zu wörtlich verstanden werden. Nach dem DFB-Modus können auch bestimmte Clubs, die in der neuen Spielzeit der 2. Bundesliga angehören, für die Auslosung abweichend dem Amateurbehälter zugeordnet werden. Dazu zählen insbesondere die Aufsteiger in die 2. Bundesliga sowie weitere ausdrücklich geregelte Fälle aus der Vorsaison.
Für Fans ist deshalb entscheidend: Der Lostopf ist eine Kategorie des Pokalmodus und nicht einfach eine aktuelle Ligatabelle. Wer wissen will, warum ein bestimmter Club in einem bestimmten Behälter lag, muss auf die für diese Saison geltende DFB-Regel und den maßgeblichen Status schauen.
Auch in der zweiten Runde gibt es zwei Behälter
In der zweiten Hauptrunde wird erneut mit einem Behälter für Bundesliga- und Zweitligisten und einem Behälter für Amateurmannschaften gearbeitet. Auch hier wird zunächst aus dem Amateurbehälter und anschließend aus dem Lizenzbehälter gezogen.
Sind in einem Behälter keine Lose mehr vorhanden, werden die noch verbliebenen Mannschaften des anderen Behälters gegeneinander ausgelost. Dadurch können in der zweiten Runde selbstverständlich auch Duelle zwischen Clubs aus den Lizenzligen oder zwischen verbliebenen Amateurmannschaften entstehen.
Ab dem Achtelfinale gibt es nur noch einen Lostopf
Vom Achtelfinale an wird die Auslosung einfacher. Achtel-, Viertel- und Halbfinale werden aus einem gemeinsamen Behälter gezogen. Es gibt keine gesetzten Mannschaften und keinen Turnierbaum, der schon mehrere Runden vorher festlegt, welche Clubs später aufeinandertreffen könnten.
Die zuerst gezogene Mannschaft erhält grundsätzlich Heimrecht. Eine wichtige Ausnahme bleibt bestehen: Trifft eine Amateurmannschaft auf eine Mannschaft aus den Lizenzligen, hat die Amateurmannschaft Heimrecht. Der Schutz der kleineren Clubs endet also nicht automatisch mit der zweiten Runde.
Was „Amateurmannschaft“ beim Heimrecht bedeutet
Im Pokalrecht ist die Unterscheidung zwischen Lizenz- und Amateurmannschaften entscheidend. Bundesliga und 2. Bundesliga sind die Lizenzligen. Mannschaften unterhalb dieser beiden Spielklassen gehören grundsätzlich zur Amateurseite des Wettbewerbs.
Für das Heimrecht bedeutet das: Wenn beispielsweise ein unterklassiger Verein ab dem Achtelfinale auf einen Bundesligisten oder Zweitligisten trifft, muss nicht einfach das zuerst gezogene Los entscheiden. Die Amateurmannschaft erhält in dieser Konstellation das Heimrecht.
Jede Runde wird neu ausgelost
Anders als bei Wettbewerben mit festem Turnierbaum wird im DFB-Pokal nach jeder Runde neu gelost. Ein Club kann deshalb vor dem Abschluss und der folgenden Auslosung nicht wissen, welcher mögliche Gegner im übernächsten Spiel wartet.
Genau das macht einen Teil des Pokalreizes aus. Es gibt keinen vorher festgelegten Weg bis Berlin. Mit jeder überstandenen Runde beginnt die Gegnerfrage neu – und ab dem Achtelfinale kann grundsätzlich jeder verbliebene Club jedem anderen zugelost werden, vorbehaltlich der Heimrechtsregel für Amateurmannschaften.
Auslosung und zeitgenaue Terminierung sind zwei verschiedene Schritte
Mit der Ziehung steht die Paarung fest, aber nicht zwingend sofort der exakte Spieltermin. Die einzelnen Pokalrunden liegen bereits in einem Rahmenterminkalender. Welche Begegnung an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit stattfindet, wird anschließend in Abstimmung mit Vereinen, Sicherheitsbehörden, der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze und den übertragenden Medien festgelegt.
Deshalb sollte man nach einer Auslosung zwischen „Paarung steht fest“ und „Spiel ist zeitgenau angesetzt“ unterscheiden. Für Reiseplanung und Tickets ist erst die zeitgenaue Ansetzung der belastbare Termin.
Was passiert bei einem Unentschieden?
Der DFB-Pokal ist ein K.-o.-Wettbewerb ohne Rückspiel. Steht es nach 90 Minuten unentschieden, folgt eine Verlängerung von zweimal 15 Minuten. Ist danach noch immer kein Sieger ermittelt, entscheidet das Elfmeterschießen.
Ein Wiederholungsspiel gibt es nicht. Jede Partie produziert also unmittelbar einen Sieger, der in die nächste Runde einzieht.
Das Finale ist der einzige Sonderfall beim Spielort
Die beiden Halbfinalsieger bestreiten das Endspiel an dem vom DFB festgelegten Finalort. Die normale Heimrechtslogik der vorherigen Runden entscheidet dort nicht über den Austragungsort.
Damit endet der Weg durch die wechselnden Pokal-Heimspiele an einem zentral festgelegten Ort. Für die Auslosungslogik selbst ist das Finale deshalb kein weiterer Lostopf-Schritt mehr: Nach dem Halbfinale stehen die beiden Endspielteilnehmer fest.
Was bedeutet das für den HSV?
Für den HSV gelten dieselben Regeln wie für jeden anderen Lizenzverein. In den ersten beiden Runden hängt die mögliche Gegnergruppe von den Lostöpfen und dem jeweiligen Wettbewerbsstatus ab. Ab dem Achtelfinale kann der HSV grundsätzlich gegen jeden noch verbliebenen Club gezogen werden.
Für die Einordnung einer künftigen HSV-Auslosung müssen wir deshalb nicht jedes Mal den gesamten Modus neu erklären. Dieser Artikel bleibt die feste Grundlagen-Seite; aktuelle Gegner, Termine und sportliche Auswirkungen gehören dagegen in News, Spieltag und Matchcenter.