Warum die 25 so oft genannt wird
In Champions League und anderen UEFA-Klubwettbewerben darf die Liste A grundsätzlich maximal 25 Spieler umfassen. Dazu kommen Regeln für lokal ausgebildete Spieler und eine separate Liste B für bestimmte Nachwuchsspieler. Diese Zahl wird deshalb häufig pauschal auf die Bundesliga übertragen.
National ist das System aber anders. Bundesliga-Klubs können einen größeren Profikader unter Vertrag haben, solange die jeweiligen Lizenz- und Spielberechtigungsregeln erfüllt werden.
Die DFL macht trotzdem klare Vorgaben
Für die Bundesliga und 2. Bundesliga gelten Vorgaben zur Kaderstruktur. Die DFL hat beispielsweise festgelegt, dass die Klubs zu Pflichtspielen mindestens zwölf Lizenzspieler mit deutscher Staatsangehörigkeit unter Vertrag halten und auf der Spielberechtigungsliste führen müssen. Zusätzlich existieren Local-Player-Regelungen.
Solche Regeln sollen den nationalen Nachwuchs und die Ausbildung im deutschen Fußball berücksichtigen. Sie sind aber etwas anderes als eine starre maximale Kadergröße.
Spieltagskader ist wieder eine andere Frage
Ein Trainer kann nicht jeden Profi gleichzeitig auf den Spielbericht setzen. Für den einzelnen Spieltag gelten die aktuellen Wettbewerbsbestimmungen für Startelf und Ersatzbank. Das ist die praktische Auswahl, die wir vor einem Spiel als Kader sehen.
Deshalb kann ein Bundesliga-Klub einen Profikader mit mehr als 25 Spielern führen, während für ein bestimmtes Bundesligaspiel nur der zulässige Spieltagskader gemeldet wird. Verletzte, gesperrte oder nicht nominierte Spieler können trotzdem weiterhin zum Saisonkader gehören.
Warum zu große Kader problematisch sind
Mehr Spieler bedeuten mehr Optionen, aber auch mehr Gehaltskosten und mehr Konkurrenz um Einsatzzeit. Gerade junge Spieler brauchen regelmäßig Spielpraxis; ein Platz in einem sehr großen Profikader hilft ihrer Entwicklung nicht automatisch.
Ich finde deshalb die sportlich ideale Kadergröße interessanter als die maximal zulässige. Ein ausgewogener Kader braucht Doppelbesetzungen, flexible Spieler und Nachwuchsoptionen, ohne jede Position mit drei teuren Profis vollzustellen.
Was das für den HSV bedeutet
Beim HSV schaue ich auf die Balance. Gibt es für jede Rolle eine vernünftige Alternative? Können Talente aus U21 oder U19 hochgezogen werden? Gibt es Spieler, die mehrere Positionen abdecken? Genau daraus entsteht Kaderqualität.
Eine große Zahl klingt nach Tiefe. Sie kann aber genauso bedeuten, dass der Kader aufgebläht ist. Entscheidend ist, wie viele Spieler wirklich eine klare sportliche Rolle haben.
- DFL: Lizenzordnung Spieler, Stand 01.07.2026
- DFL: Anpassung Leihspieler-Regelungen und deutsche Lizenzspieler
- UEFA: Kaderregistrierung Liste A und B