1. Der HSV e.V. ist der Mitgliederverein
Ganz oben steht der Hamburger Sport-Verein e.V. Das ist der Verein, in dem die Mitglieder organisiert sind. Hier gibt es die Mitgliederversammlung, das Präsidium, die Vereinsabteilungen und die in der Satzung festgelegten Mitgliederrechte.
Wenn du also HSV-Mitglied bist, bist du Mitglied im e.V. Du kaufst damit keine Aktie am Profifußball. Du bist Teil des Vereins, der wiederum eine entscheidende Rolle in der gesamten Fußballstruktur hat.
2. Die HSV Fußball Management AG führt den Profifußball
Die operative Führung des Profifußballs liegt bei der HSV Fußball Management AG. Vereinfacht gesagt: Hier wird geführt und entschieden.
Der wichtigste Punkt dabei ist, wem diese Gesellschaft gehört. Laut HSV-Satzung hält der HSV e.V. alle Aktien an der Management AG. Der Verein ist also ihr Alleinaktionär. Genau darüber bleibt die Führung des Profifußballs eng an den Mitgliederverein gebunden.
3. In der KGaA liegt die wirtschaftliche Seite
Daneben gibt es die HSV Fußball AG & Co. KGaA. In dieser Gesellschaft sind die wirtschaftlichen Vermögenswerte des professionellen Fußballgeschäfts gebündelt.
An dieser KGaA können sich neben dem HSV e.V. auch andere Gesellschafter finanziell beteiligen. Das ist der Teil der Konstruktion, über den zusätzliches Eigenkapital in den Profifußball kommen kann.
Warum hat der HSV diese Struktur gewählt?
Der Grundgedanke ist die Trennung zwischen Kapital und Führung. Andere Gesellschafter können sich an der wirtschaftlichen Seite beteiligen, ohne dadurch automatisch die operative Führung des Profifußballs zu übernehmen.
Die Management AG bleibt nach der Satzung vollständig beim HSV e.V. Genau diese Trennung war ein zentraler Punkt beim Rechtsformwechsel von der früheren HSV Fußball AG zur heutigen AG-&-Co.-KGaA-Struktur.
Was hat das mit 50+1 zu tun?
Bei 50+1 geht es vereinfacht darum, dass der Mutterverein den maßgeblichen Einfluss auf den Profifußball behalten muss. Beim HSV wird das über die Management AG abgesichert.
Der HSV e.V. ist deren alleiniger Aktionär. Deshalb kann man die Kapitalanteile an der KGaA nicht einfach mit der Frage gleichsetzen, wer den Profifußball führt. Das sind in diesem Modell zwei unterschiedliche Ebenen.
Was bedeutet das für uns Mitglieder?
Für mich ist genau das der interessanteste Teil. Ein Mitglied stimmt nicht über jede Transferentscheidung oder jeden Vertrag ab. Aber die Mitglieder bestimmen die Strukturen des e.V. mit – und der e.V. hält wiederum die komplette Management AG.
Wenn du dir nur einen Satz merken willst, dann diesen: Der e.V. ist unser Mitgliederverein, die Management AG führt den Profifußball und in der KGaA steckt die wirtschaftliche Kapitalseite. Damit wird aus dem ganzen Buchstabensalat plötzlich ein ziemlich verständliches Modell.